Die Focaccia Genovese, im Dialekt fügassa genannt, ist weit mehr als nur ein einfaches Hefegebäck: Sie ist ein Symbol der ligurischen Tradition, ein tägliches Ritual, das nach Backofen, Meer und nativem Olivenöl extra duftet.
Flach, weich, glänzend, voller Vertiefungen und mit Salzkörnern, die auf der Zunge zergehen… schon beim ersten Bissen ist es unmöglich, sich nicht in sie zu verlieben.
Das Geheimnis der echten Focaccia Genovese? Die Salzlake aus Wasser, Salz und Öl, die vor dem letzten Gehen großzügig darüber gegossen wird. Sie verleiht der Focaccia jene goldene, feuchte und unglaublich weiche Oberfläche, die sie weltweit einzigartig macht.
Folgen Sie mir Schritt für Schritt: Ich erkläre Ihnen, wie Sie zu Hause eine authentische Focaccia Genovese zubereiten – duftend und unwiderstehlich, genau wie in Genua.
Index
Was ist die Focaccia Genovese (fügassa)?
Die Focaccia Genovese ist ein so identitätsstiftendes Produkt, dass sie als Slow-Food-Präsidium anerkannt ist.
Ihre wesentlichen Merkmale sind:
- Dicke von etwa 2 cm
- glänzende und ölige Oberfläche
- dichte, aber gleichmäßige Porung
- perfekte Balance zwischen äußerer Knusprigkeit und innerer Weichheit
- keinerlei gummiartige Konsistenz
Traditionell wird sie pur gegessen, belegt… oder, für echte Genuesen, in den Cappuccino getunkt.
Zutaten für 1 großes Backblech (40 × 35 cm)
Für den Teig
350 g Manitoba-Mehl (W 450–460)
150 g Mehl Type 0
300 g Wasser (Zimmertemperatur)
1 gehäufter Teelöffel Trockenhefe (oder 8 g Frischhefe)
30 g natives Olivenöl extra
1 Teelöffel Honig
10 g feines Salz
Für die Salzlake
120–150 ml Wasser
2 Esslöffel natives Olivenöl extra
2 großzügige Prisen feines Salz
1 Esslöffel grobes Salz
👉 Hier ist das Öl kein Detail: Wählen Sie ein hochwertiges Öl, denn es ist der Hauptdarsteller des finalen Geschmacks.

Zubereitung der Focaccia Genovese
1. Den Vorteig (Biga) zubereiten
Mischen Sie 100 g Mehl (von der Gesamtmenge), 60 g Wasser und die Hefe.
Formen Sie eine kleine Kugel, schneiden Sie diese kreuzweise ein, decken Sie sie ab und lassen Sie sie bei 26 °C für 1½–2 Stunden gehen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
2. Hauptteig
Geben Sie zum Vorteig hinzu:
- das restliche Mehl
- das restliche Wasser
- den Honig
Kneten Sie den Teig einige Minuten lang und lassen Sie dann das Öl langsam einfließen.
Wenn der Teig elastisch ist, fügen Sie das Salz hinzu und formen Sie eine glatte Kugel.
Decken Sie ihn ab und lassen Sie ihn 3–4 Stunden gehen, bis sich das Volumen verdreifacht hat.
3. Ausrollen auf dem Backblech
Geben Sie den Teig auf die Arbeitsfläche, formen Sie eine Kugel und lassen Sie ihn 10 Minuten ruhen.
Rollen Sie ihn mit dem Nudelholz aus und legen Sie ihn auf ein leicht geöltes Backblech.
Gehen lassen:
- 40 Minuten
- dann bis zu den Rändern ausziehen
- nochmals 1 Stunde gehen lassen

Der entscheidende Moment: die Löcher in der Focaccia
Drücken Sie mit drei Fingern (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) kräftig in den Teig.
Die Löcher müssen sein:
- tief
- nicht zu nah beieinander
- gleichmäßig
Sie sind es, die die Salzlake halten und die Magie bewirken.
Die Salzlake: der Fehler, den Sie vermeiden sollten
Mischen Sie Wasser, Salz und Öl, bis sich das Salz aufgelöst hat.
Erscheint es Ihnen viel? Ist es nicht. Vertrauen Sie mir.
Gießen Sie sie über die gesamte Oberfläche: Jedes Loch muss gefüllt sein.
Lassen Sie die Focaccia nochmals 1 Stunde gehen, bis die Salzlake teilweise aufgesogen ist.
Vervollständigen Sie mit:
- einem Schuss Öl
- einer Prise grobem Salz
Perfektes Backen der Focaccia Genovese
- Ober-/Unterhitze 250 °C
- Im unteren Teil des Ofens für 8–10 Minuten backen
- Wenn der Boden goldbraun ist, nach oben schieben
- weitere 8–10 Minuten
- mit Öl bepinseln, kurzes Finale unter dem Grill
Aus dem Ofen nehmen und sofort aus der Form lösen.
Die Focaccia muss sein:
✔ goldbraun
✔ glänzend
✔ duftend
✔ weich unter den Fingern
Tipps und Varianten
- Mit Sauerteig: Verwenden Sie 150 g festen Sauerteig
- Bekömmlicher: lange Teigführung im Kühlschrank (8–24 Std.)
- Belegt: Mortadella, Stracchino, Grillgemüse
- Ligurische Tradition: Probieren Sie auch Farinata di Ceci und Focaccia di Recco
Konservierung
bei Zimmertemperatur, gut verschlossen: 2 Tage
gebacken eingefroren: hervorragend
roher Teig: vor dem Ausrollen einfrierbar
Fazit
Die hausgemachte Focaccia Genovese ist eines jener Rezepte, die Geduld, Respekt vor der Zeit und die Schönheit der einfachen Dinge lehren.
Mehl, Wasser, Hefe, Salz… und hochwertiges natives Olivenöl extra: wenige Zutaten, aber gut ausgewählt.
Ein Rezept, das nach Ligurien, nach warmem Ofen und nach gemeinsamer Tafel duftet.
Eine Focaccia, die man, einmal probiert, nie wieder vergisst.















